Naturgefahr für Ihr Gebäude

Elementarschäden: Die Lücke, die viele Eigentümer übersehen

Starkregen kann jede Adresse treffen, auch ohne Fluss in der Nähe. Viele Häuser sind dafür nicht versichert.

Starkregen auf Einfahrt und Garten eines Wohnhauses, Wasser staut sich am Fundament, Elementarschaden und Naturgefahrenrisiko.

„Naturgefahr für Ihr Gebäude", Elementarschäden

Starkregen, der den Keller flutet, Schmelzwasser, Erdrutsch, Schneedruck oder Rückstau aus der Kanalisation: Elementargefahren sind kein Randthema mehr. Der entscheidende Punkt, den viele übersehen: Diese Schäden sind nicht automatisch in der Wohngebäudeversicherung enthalten. Sie sind ein eigener Baustein, der gesondert eingeschlossen werden muss, und ohne ihn tragen Sie das volle Risiko selbst.

Versicherte Naturgefahrenschäden in der Sachversicherung lagen 2024 bei rund 4,4 Mrd. Euro, davon etwa 2,6 Mrd. Euro auf Elementargefahren. Naturgefahren machten 2024 rund ein Viertel des Schadenaufwands in der Wohngebäudeversicherung aus.

Quelle: GDV, Naturgefahrenbilanz 2024 · Stand: 2024

2024 hatten 57 Prozent der Wohngebäude einen Elementarschutz (10,2 Mio. Gebäude), 2017 waren es erst 41 Prozent. Das bedeutet: rund vier von zehn Wohngebäuden haben keinen Elementarschutz.

Quelle: GDV · Stand: 2024

Eigentümerperspektive

Aus Ihrer Sicht als Eigentümer

Elementarschäden sind das Risiko mit der größten stillen Lücke: Wer glaubt, mit seiner Wohngebäudeversicherung umfassend geschützt zu sein, steht nach einer Überschwemmung oft ohne Deckung da. Für Sie als Eigentümer geht es dabei um die Substanz im Keller und Erdgeschoss, um Heizungs und Haustechnik, Werte, die ein einzelnes Ereignis vernichten kann. Die politische Debatte um eine mögliche Pflicht zeigt, wie ernst das Thema geworden ist. Sinnvoller ist es, den eigenen Schutz jetzt zu prüfen, statt auf eine Regelung zu warten.

Was üblicherweise gedeckt ist und was nicht

Mitversichert

  • Überschwemmung und Rückstau infolge von Witterungsniederschlägen oder Hochwasser, als Elementarbaustein
  • Starkregen, der ins Gebäude eindringt
  • Erdrutsch, Erdsenkung, Schneedruck und Lawinen, je nach Vertrag

Nicht standardmäßig versichert

  • Elementargefahren sind im Standard der Wohngebäudeversicherung nicht enthalten und müssen gesondert eingeschlossen werden
  • Sturmflut (Meer) ist in vielen Verträgen ausgeschlossen
  • Schäden durch Grundwasser, das nicht von einem versicherten Ereignis stammt
Ob Elementarschutz in Ihrem Vertrag enthalten ist und welche Selbstbeteiligung gilt, sollten Sie einmal in Ruhe prüfen lassen, auch abhängig von Ihrer Gefährdungslage.
Handlungsempfehlungen

Was Sie als Eigentümer tun können

  1. 1 Die Gefährdungsklasse Ihrer Adresse einschätzen, das Zonierungssystem ZÜRS Geo bildet das Flusshochwasser-Risiko ab.
  2. 2 Beachten: Starkregen kann auch in vermeintlich sicheren Lagen auftreten, ohne Gewässer in der Nähe.
  3. 3 Rückstauklappen einbauen und warten, fehlt der Schutz, kann der Versicherer die Leistung kürzen.
  4. 4 Den Elementarbaustein prüfen lassen, bevor ein Schaden eintritt, nachträglich ist es zu spät.

Häufige Fragen

Ist eine Elementarschadenversicherung sinnvoll?
Für die meisten Eigentümer ja, denn Starkregen kann praktisch jede Adresse treffen, auch ohne Fluss in der Nähe. 2024 hatten rund vier von zehn Wohngebäuden keinen Elementarschutz (Quelle: GDV, Stand 2024). Ohne diesen Baustein tragen Sie Überschwemmungs und Rückstauschäden komplett selbst.
Was ist in der Elementarschadenversicherung versichert?
Typischerweise Überschwemmung, Rückstau, Starkregen, Erdrutsch, Erdsenkung, Schneedruck und Lawinen. Sturmflut ist in vielen Verträgen ausgeschlossen. Der genaue Umfang hängt vom Tarif ab und sollte vor Abschluss geklärt werden.
Kommt eine Elementarpflichtversicherung?
Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat das Thema bis Anfang 2025 geprüft, diskutiert wird unter anderem ein automatischer Einschluss mit Widerspruchsmöglichkeit (Quelle: BMJ / GDV, Stand 2025). Eine verbindliche Pflicht besteht aktuell nicht. Wir empfehlen, den eigenen Schutz jetzt zu klären, statt auf eine mögliche Regelung zu warten.
Wie finde ich meine ZÜRS-Gefährdungsklasse heraus?
Das Zonierungssystem ZÜRS Geo des GDV teilt Adressen in Gefährdungsklassen für Flusshochwasser ein. 2021 lagen 92,4 Prozent der Adressen in der niedrigsten Klasse (Quelle: GDV, Stand 2021). Die Einordnung beeinflusst, ob und zu welchem Beitrag ein Versicherer Elementar zeichnet, wir helfen Ihnen bei der Einschätzung.

Dieses Risiko einmal in Ruhe prüfen

Eine kurze Bestandsaufnahme zeigt, ob Sie hier solide abgesichert sind oder eine Lücke besteht.

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